Am liebsten würde ich meine Kamera in die Arbeit mitnehmen, dann könnten die Menschen ein klein wenig mehr über die gefürchtete Demenz erfahren.
Dann würdet ihr von mir nicht nur die Schattenseiten zu sehen bekommen, sondern Fotos auf denen der Ehemann liebevoll seiner Frau die Haare kämt, weil Sie selbst nicht mehr darauf achtet.
Dann würdet ihr sehen, wie der süßeste alte Mann der mir jemals begegnet ist, mal wieder den Gartenschlauch ins Gebäude zieht und sich köstlich dabei amüsiert oder wie er schon früh am Morgen, nur mit Unterhose und seiner geliebten blauen Mercedes Käppi grinsend auf dem Flur umherspaziert und hier und dort einen Beistelltisch auseinanderbaut.
Dann würdet ihr sehen, wie ein älterer Herr, anstatt die Socken zu sortieren sie als Handschuhe benutzt um sie anschließend, wärmend an den Wangen der Pflegerin zu reiben.
Solch tolle Fotos kämen dabei heraus….
Hmmm, ich glaube, ich würde selbst darin nur den Schatten sehen können. Hab ich ja Respekt vor, da Tag für Tag hinzugehen und seinen Job zu machen. Also Lieschen, Respekt! :-)
AntwortenLöschenDankeschön, aber ganz ehrlich ich arbeite lieber mit behinderten Menschen in dem mittleren Alter oder im besten Fall mit Jugendlichen.
AntwortenLöschenPs: Ich mag den Spitznamen :)den du mir immer gibst.
AntwortenLöschenEs sind doch genau diese Detail-Aufnahmen, auf die es ankommt. Nicht die grobe Masse aus gut und böse. Ich würde mir die Bildchens sehr gerne anschauen!
AntwortenLöschenDu machst offensichtlich einen bewundernswerten Job und bekommst dafür hoffentlich auch die angemessene Anerkennung.
Liebste Grüße von dem Honigpferd
Ja aber leider, darf man eben genau solche Fotos nicht machen, es sei denn, die Angehörigen erlauben das.
AntwortenLöschenDankeschön für deine lieben Worte :)
Also ich würde dich die Fotos sofort machen lassen. :)
AntwortenLöschenMeine Oma hat immer eine Laune wie das Wetter draußen und kann meine Schwester und mich meistens nicht mehr auseinanderhalten, aber sie hat hin und wieder so Momente. Und wenn sie dann mal lacht - so richtig ehrlich lacht, weil sie dich verstanden hat und nicht nur, weil sie denkt, dass sie darüber jetzt lachen müsste - dann ist das irgendwie immer was ganz Besonderes.
Ich weiß was du meinst, ist bei mir in der Arbeit ganz genau so. Ich bin dann so glücklich über dieses Lächeln, dass ich sie einfach immer abknuddeln muss, auch wenn wir so viel Nähe gar nicht zu den Bewohnern haben dürfen, aber das ist mir und meinen Kollegen egal.
AntwortenLöschenVielleicht ist das auch besser so, wenn man nicht so viel Nähe haben darf. Die meiste Zeit kann ich mit meiner Oma ganz schlecht umgehen, weil sie sich für nichts mehr interessiert und die meiste Zeit nur vor sich hinschweigt und ich dann auch nicht weiß, was ich mit ihr reden soll. Ich bewundere da meine Mutter, die sie jeden Tag pflegt und zum Lachen bringt und sich von ihrer Laune nicht unterkriegen lässt.
AntwortenLöschenSo einen Job wie du könnte ich niemals machen. Da bleib ich doch lieber bei meinen Büchern - da bin ich mir wenigstens sicher, wie ich sie anfassen muss.
Wie gesagt, das hier im Altenheim war von Anfang an nur eine Notlösung...meine Arbeit liegt mehr in der Beschäftigung/Förderung Behinderter Menschen.
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